Resistente Keimen durch 

"Antibiotika-Verschwendung"

Im Jahr sterben in der EU ca. 35.000 Menschen an Resistente Keime.


Einer der zehn größten globaler Bedrohung für uns Menschen, ist die Keimen-Resistenz die immer gefährlicher wird.  70% der produzierten Antibiotika (in der USA sind es sogar 80%)  wird in der intensiven Nutztierhaltung (Massentierhaltung) eingesetzt.

2023 waren  rund 529 Tonnen Antibiotika an die Tierärzteschaft abgegeben worden. Besonders hoch ist der Einsatz in der Schweine- und Geflügelmast (Masthühner/Puten). 

Einsatz von Reserveantibiotika:  Kritisch bewerten Experten, dass auch Reserveantibiotika (z.B. Colistin) eingesetzt werden, die für Menschen bei schweren Infektionen lebensrettend sind. Der Anteil dieser Mittel bei Masthühnern und -Puten liegt konstant bei rund 40 %.  -   In der Massentierhaltung werden oft ganze Tiergruppen über das Trinkwasser behandelt, auch wenn nur einzelne Tiere krank sind, um die Ausbreitung im dichten Bestand zu verhindern. Die Massentierhaltung gilt als "Hotspot" für die Entstehung und Verbreitung antibiotikaresistenter Bakterien. Diese können über den Kot, Abwässer oder das Fleisch in die Umwelt und zum Menschen gelangen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die industrielle Tierhaltung den Antibiotikaeinsatz maßgeblich prägt, was erhebliche Risiken für die öffentliche Gesundheit birgt.  

Hauptaspekte des Antibiotikaeinsatzes in der Massentierhaltung:

  • Ausmaß: Im Jahr 2022 wurden in Deutschland 540 Tonnen Antibiotika in der Tierhaltung eingesetzt. Studien zeigen eine hohe Belastung, etwa bei Putenfleisch, das oft mit antibiotikaresistenten Keimen belastet ist.
  • Verabreichung: Antibiotika werden oft nicht nur an Einzeltiere, sondern an den gesamten Bestand (Bestandsbehandlung) über das Trinkwasser oder Futter verabreicht, auch wenn nur wenige Tiere Anzeichen einer Erkrankung zeigen.
  • Problematik der Resistenzen: Der häufige Einsatz führt dazu, dass Bakterien Resistenzen entwickeln. Diese resistenten Keime können die Wirkung von Medikamenten bei Menschen beeinträchtigen.
  • Reserveantibiotika: Kritisch ist der Einsatz von sogenannten Reserveantibiotika, die in der Humanmedizin für schwere Infektionen benötigt werden, aber auch in der Geflügelmast verwendet wurden.
  • Gesetzliche Regelungen: Die Bundesregierung hat Gesetze erlassen, um den Einsatz zu reduzieren und das Monitoring zu verbessern, was zu einer gewissen Verringerung der Abgabemengen geführt hat. BMLEH +3

Gründe für den hohen Einsatz:

  • Haltungsbedingungen: Hohe Tierdichte und Stress, die das Immunsystem schwächen und Krankheiten begünstigen.
  • Wachstumsförderung: Antibiotika werden eingesetzt, um die Tiere trotz Stressbedingungen schnell mastreif zu machen

Antibiotika-resistente Keimen in bayerischen Gewässern.

Untersuchungen haben gezeigt, dass in bayerischen Gewässern antibiotikaresistente Keime, einschließlich solcher, die gegen Reserve-Antibiotika resistent sind, gefunden wurden. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse:

  • Belastung von Badegewässern: Studien des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) haben multiresistente gramnegative Erreger (MRGN) in bayerischen Seen nachgewiesen.
  • Nachweis von 4MRGN: In einigen Wasserproben wurden Bakterien mit 4MRGN-Phänotyp gefunden. Diese sind gegen alle vier für die Therapie wichtigen Antibiotikaklassen resistent und werden als Reserve-Antibiotika-Resistenzen eingestuft.
  • Fundorte: Untersuchungen betrafen verschiedene Gewässer, darunter auch beliebte Badeseen, wobei in einigen Fällen (wie im Seehamer See) geringe Konzentrationen von ESBL-bildenden Enterobakterien nachgewiesen wurden.
  • Ursachen: Die Belastung ist in der Regel auf Einträge aus Abwässern, Kläranlagen sowie durch Landwirtschaft und Tierhaltung zurückzuführen.
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